Implantat, Brücke, Prothese: worin sie sich unterscheiden
Bei einer Zahnlücke fallen meist drei Wörter. Sie stehen nicht in einer Rangfolge, sondern haben verschiedene Voraussetzungen.

Fehlt ein Zahn, gibt es im Wesentlichen drei Wege, die Lücke zu versorgen: eine Brücke, ein Implantat oder herausnehmbaren Ersatz. Welcher davon in Frage kommt, entscheidet nicht der Wunsch, sondern der Befund. Dieser Beitrag erklärt, was die Wege voneinander unterscheidet. Er sagt nicht, welcher für Sie richtig ist.
Brücke
Eine Brücke überspannt die Lücke und stützt sich auf die Nachbarzähne. Dafür werden diese beschliffen und überkront.
- Setzt voraus: tragfähige Nachbarzähne in ausreichender Zahl und Position.
- Kostet: gesunde Zahnsubstanz an den Nachbarzähnen.
- Fest im Mund: ja.
Implantat
Eine künstliche Wurzel wird im Kieferknochen verankert und trägt nach der Einheilung eine Krone. Es kann auch mehrere Implantate geben, die zusammen eine Brücke oder eine Prothese tragen.
- Setzt voraus: ausreichendes Knochenangebot, ein Zahnfleisch ohne akute Entzündung und allgemeine Voraussetzungen, die die Praxis prüft.
- Kostet: einen chirurgischen Eingriff und Zeit für die Einheilung.
- Fest im Mund: ja, die Nachbarzähne bleiben unberührt.
Prothese
Herausnehmbarer Ersatz, entweder für einzelne Zähne (Teilprothese) oder für einen ganzen Kiefer (Totalprothese). Befestigt wird sie über Klammern, über Teleskopkronen oder auf Implantaten.
- Setzt voraus: je nach Bauart wenig bis nichts an eigenen Zähnen.
- Kostet: eine Eingewöhnung und eine tägliche Pflegeroutine.
- Fest im Mund: nein, herausnehmbar. Auf Implantaten befestigt sitzt sie deutlich stabiler.
Was in der Entscheidung wirklich vorkommt
Neben dem Befund spielen Dinge eine Rolle, die auf keinem Röntgenbild stehen: wie viele Termine jemand einplanen kann, wie es um allgemeine Erkrankungen steht, was der Eigenanteil bedeutet und wie wichtig jemandem ist, ob etwas herausnehmbar ist oder nicht.
Deshalb ist die ehrliche Antwort auf die Frage “Was ist besser?” immer eine Gegenfrage nach dem Befund. Eine Website, die das ohne Untersuchung beantwortet, tut so, als hätte sie ein Bild von Ihrem Kiefer.
Der Weg zur Entscheidung
Am Anfang steht die Untersuchung, meist mit Röntgenbild. Daraus entsteht ein Vorschlag und daraus ein Heil- und Kostenplan, der vor Behandlungsbeginn zur Krankenkasse geht. Bis dahin ist nichts festgelegt.
Was Sie fragen können
- Welche der drei Wege kommen bei meinem Befund in Frage, und welche nicht?
- Was spricht aus Ihrer Sicht für den vorgeschlagenen Weg?
- Welche Nachbarzähne wären betroffen?
- Wie lange dauert die Versorgung insgesamt, und wie ist die Zeit dazwischen überbrückt?
- Wie sieht die Pflege danach aus?
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